Willkommen im
Bildarchivarium

von Walter Völklein
Schwerpunktthemen:
Räthische Bahn, Bahnen allgemein,
Modellbahn, Museen, Fahrzeugtreffen


Deutsche Bahnen - Infrastruktur

Schlüsselwerke Grundlagen

Schlüsselwerke bei der deutschen Bahn, alte Norm
Schlüsselwerke bei deutschen Bahnen
Schlüsselwerke bei der Rhätischen Bahn


Schlüsselwerke werden zur Zugsicherung eingesetzt um Fahrwege
gegen Flankenfahrten abzusichern und irrtümliches stellen von
Weichen zu verhindern. Dabei werden üblicherweise mehrere Schlüssel
in Abhängikeiten angeordnet.


Auf den folgenden Bildern kann man sich nochmal die entsprechenden
Vorbildsituationen vergegenwärtigen. Dazu sei angemerkt, daß die
DB / DBAG seit 1980 die folgeabhängigen Weichenschlösser umgekehrt hat
zu der vorher eingesetzten Reihenfolge einbaut. Beispiel ursprüngliche Reihenfolge
Als Grund für den Tausch der Reihenfolge
wird von Insidern genannt, daß beim versehentlichen Überfahren eines
Gleissperrklotzes weniger Betriebsstörungen erfolgen, als beim versehentlichen
Aufschneiden einer mit Schlössern gesicherten Weiche. Beim Überfahren
des Sperrklotzes liegt zwar mindestens eine Achse "im Dreck" und muß
wieder eingegleist werden (und das entsprechende Fahrzeug strenggenommen
vom Wagenmeister zur Untersuchung geschickt werden...), aber bei einer
falsch befahrenen und durch Schloß festgelegten Weiche verbiegt sich
die gesamte Stellmechanik und damit wird die so mißhandelte Weiche
erst einmal unbrauchbar. Pech, wenn diese dann in einer wichtigen Zugfahrstraße liegt...


Schlüsselbretter/-kästen

Noch etwas fällt an den Schlüsseln auf: die meisten Schlüssel sind gelocht.
Dies hat nichts mit Löchern für Binderinge zu tun, aber so etwas ähnliches. Um
bei den Aufbewahrungsstellen der Schlüssel (also meistens bei den Fahrdienstleitern)
Verwechselungen auszuschließen, sind die Schlüsselbretter dort mit Aufhängungen
versehen, die nach einem Positionscode mit Stiften bestückt sind. (sofern nicht
ein weiteres Schloß in der Fahrdienstleitung mit dem zurückgegebenen Schlüssel
bedient und damit ein Sperrvorgang wieder aufgehoben wird). Die von den Rangierführern
zurückgebrachten Schlüssel müssen also im Fahrdienstleiterbüro auf ein spezielles
Schlüsselbrett gehangen werden, und dabei mit ihren Löchern genau zu den Stiften
passen. Passen sie nicht, können sie somit nicht aufgehangen werden und der
Fahrdienstleiter hat ein untrügliches Anzeichen für eine Fehlbedienung.
Befindet sich die Weiche außerhalb des direkten Umfelds des FDLs sind
die Schlüssel in Schlüsselkästen im näheren Bereich der Weiche/Gleissperre zu finden.


Schlüsselwerke im Digitalen Zeitalter:

Auch bei ESTW gesteuerten Bahnhöfen/Strecken sind Schlüsselwerke durchaus noch
üblich. Dabei fällt das Schlüsselbrett weg, die Freigabe der Schlüssel durch den
Fahrdienstleiter erfolgt durch Tastendruch oder per Mausklick.
vor Ort befindet sich der Schlüssel elektrisch gesichert in einem Schlüsselkasten,
der Rangierer bestätigt dem FDL per Knopfdruck Beginn und Ende der Rangierfahrten.
Beispiel RhB, Punt Muragl Anschluß Gasser Die Vorgehensweise gibt es auch bei der Deutschen Bahn.




Bahnhof Sehnde Ostseite
ehemaliges Anschlußgleis zur Zuckerfabrik und zum Industrieanschließer "Exportverpackung"

Die Weiche "223" führte zu einem Anschließer, der für die Hannoversche
Industrie (und nicht nur die!) Holzverpackungen zimmert. Man konnte hier
schonmal ganze Rolltreppen unter etlichen Festmetern Holzbrettern auf Kbs Wagen sehen.
Hier ist bemerkenswerterweise nicht die Grundstellung verschlossen!


In Bildmitte das Weichenschloß (rechts) und das Kuppelschloß mit dem Gleissperrenschlüssel (links).
Die zugehörige Gleissperre "GS 225"ist im abzweigenden Strang erahnbar




Das im Bild rechts oben erkennbare (gelbe) Handschloss ist eigentlich doppelt gemoppelt.




Hier ist der Gleissperrenschlüssel eingesperrt(siehe Text in der Anmerkung)







GS 225 wird mit dem Schlüssel aus dem Weichenschloss aufgeschlossen





Hier ist das passende Schloß zu sehen.





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